Evangelisation neu verstehen

Mit Echt Jetzt?!

Warum müssen wir Evangelisation neu denken?

Die erste Antwort: Weil die Gesellschaft sich ungeheuer schnell verändert

Es gibt viele Ansätze zum Thema Mission und Evangelisation, die nachdenkenswert sind. Die meisten haben Ideen für neue Formate und neue Methoden. Die sind richtig gut und wir schätzen das.
Wir gehen einen anderen Weg. Wir versuchen den Glauben neu zu begründen und so anschlussfähig zu machen an die Menschen, die heute leben. Denn Glaube muss modern verstanden werden. Das Problem sind dabei merkwürdigerweise die Christen selber, die mit ihren Vorstellungen das oft genug verhindern. Anstatt die Weite und Freiheit der Bibel ernst zu nehmen, meinen sie, nur sie hätten Recht. Die Bibel aber ist in ihrer Anlage weit genug, um Glauben immer wieder neu entdecken zu können. Zu jeder Zeit. Wer das verneint, verkennt, dass sein Glaube auch immer stark zeitbedingt ist. Oder, um es noch krasser zu formulieren, Ausdruck eines konkreten Zeitgeistes. "Zeitgeist" ist für viele Christen der Begriff für Unglaube und Abfall schlechthin und dabei übersehen sie, dass sie selber dem Zeitgeist verfallen sind. Meistens aber dem von vor 20 oder 40 Jahren.

Die zweite Antwort: Weil die meisten Kirchen einfach nicht relevant sind für modern denkende Menschen

Das ist ein harter Satz, aber im Prinzip bestätigt jede Konferenz, egal von welcher Kirche, jedes ernsthafte Buch oder Vortrag zum Thema, diese These.
Aber wir bleiben nicht bei dieser Feststellung stehen, sondern versuchen relevant zu sein. Das gelingt uns, indem wir die Kernthemen der Bibel neu erarbeiten.

Das unterscheidet den Echt Jetzt?! - Ansatz auch von anderen. Denn die meisten beschäftigen sich mit der äußeren Verpackung. Die Form wird modernisiert. Das hat schon eine große Bedeutung und es gibt wirklich viele tolle Initiativen, Ideen und Konzepte, um Glaube in modernen Formen zu leben und zu transportieren.
Uns geht es aber um den Inhalt. Der wird zu oft vernachlässigt. Und so kann es sein, dass eine Kirche sehr modern ist von den Äußerlichkeiten her, aber die Botschaften im Grunde vielleicht doch veraltete Überzeugungen sind. Das ist nichts Verwerfliches, aber nicht wirklich evangelistisch, weil man an der Überzeugungsstruktur der modernen Menschen dennoch vorbeiredet. 

Hier können Sie mehr über unseren Anfahrtsweg von Echt Jetzt?! lesen.

Viele kirchliche Veranstaltungen sind so konzipiert, dass sie Christen gefallen, dass Gläubige sich wohl fühlen. Aber dieses Gefühl hat wenig mit dem Lebensgefühl der meisten Menschen zu tun, die man eigentlich erreichen will. Darum müssen wir uns aufmachen, und Evangelisation neu verstehen. Von den modernen Menschen her.

Was ist das Besondere beim Echt Jetzt?! - Ansatz?

Es gibt eigentlich nichts Besonderes beim Echt Jetzt?! - Ansatz, aber ein paar Eckdaten, die Sie kennen sollten:

Wir holen die Menschen ab, die mit Kirche bisher nichts zu tun haben.

Wir machen Evangelisaton als etwas natürlich zur Kirche gehörendes und nicht aufgesetztes greifbar.

Wir haben Ideen und Konzepte, um die Anschlussfähigkeit herzustellen, jenseits von christlich-emotionaler Überforderung und merkwürdigen mittelalterlichen Menschenbildern.

Wir haben konkrete Konzepte und spezielle Formate für die verschiedenen Phasen, um Menschen einzuladen

Evangelisation muss als Selbstverständlichkeit in einer Kirche, oder Gemeinde implementiert sein. 

Christwerden als Prozess

Wenn Menschen Christ werden, ist das ein Prozess. Dieser Prozess hat verschiedene Etappen und damit auch verschiedene Barrieren und Klippen. Zum einen haben die Menschen heute wenig Interesse an Kirche und ihrer Botschaft. Das hat mit verschiedensten gesellschaftlichen Entwicklungen zu tun. Zum anderen gibt es aber auch von der Kirchenseite her Probleme. Denn wir denken diesen Prozess nicht differenziert genug.

Früher gab es nur Gottesdienste und besondere evangelistische Veranstaltungen, wie Evangelisationswochen. Dann hat Kirche gelernt, niederschwellige Angebote zu machen. Ein nächster Schritt in der Veränderung war, die Gottesdienste als Gästegottesdienste zu gestalten. So wurde es einfacher für Menschen, dem Gottesdienst folgen zu können und ihn auch zu verstehen.
Die Gesellschaft hat sich in den letzten 10 Jahren unglaublich verändert. Wir als Kirchen arbeiten aber oft mit den Modellen von vor 20 Jahren. Es wird Zeit, Kirche modern zu machen, um Menschen das Christwerden ermöglichen zu können. 

Die evangelistische Lücke

Es gibt in den Gemeinden oft viele Menschen, die gute Kontakte zu Menschen in ihrem Umfeld haben, es gibt oft starke niederschwellige Angebote, es gibt gute Gottesdienste, die manchmal sogar gästeorientiert gestaltet werden. Aber dazwischen klafft nach unserem Verständnis die Prozess-Lücke. Es ist ein zu großer Sprung für moderne Menschen zwischen einem niederschwelligen Angebot und dem Besuch eines Gottesdienstes. Darum ist es auch schwer für normale Menschen, mit Kirche und Glauben intensiver in Kontakt zu kommen.

Es gibt eine Lücke, die im Prozess deutlich wird und wo wir die Menschen verlieren. Diese Lücke will Echt Jetzt?! mit speziell entwickelten Formatzen schließen. Um Menschen zu ermöglichen, sich mit dem Glauben auseinanderzusetzen.

Grundwerte

- Es darf keine Kurzschlüsse in den Predigten geben, wie wir sie ganz oft machen und dann nur noch Glauben oder Vertrauen zu Gott einfordern. Das Leben ist nicht so platt!
- Es darf keinen belehrenden Ton geben. Menschen wollen heute nicht belehrt werden. Sie wollen ihren eigenen Weg gehen und suchen dafür Unterstützung. -Aber keine Vorgaben und keine unzulässigen Vereinfachungen. Menschen erleben es als befreiend, wenn man Dinge klar benennt, was man tun kann, ohne eine kirchliche Arroganz.
- Wir fangen nicht bei Gott an, sondern beim Leben. Aber wir kommen immer auf Gott zu sprechen.
- Es steht ein Menschenbild dahinter, das nicht bei den „üblichen Defiziten“ der Kirche startet, sondern bei dem, was der Mensch kann und wie er tickt und was er alles vermasseln kann.